Rumänien 3

Neue Freunde, süße Einfachheit

In Michelsberg, einem typisch siebenbürgischen Dorf, lebte ich ein paar Tage meine Räubertochter aus.

Brombeeren, Pflaumen und Äpfel pflücken und neben dem Bach unter den Sternen schlafen. Dazu unterhielt ich mich mit den deutschen Touristen, genoss das süße Café des Campingplatzes und beobachtete die Einheimischen am Sonntag bei und nach einem Konzert in der kleinen Kirche. Beeindruckend, was für eine starke deutsche Tradition es dort noch gibt, im Vergleich der fast kompletten Aussiedlung der Deutschen aus dem Banat. Vielleicht helfen die Berge hier in Transsylvanien, die Teil des großen Karpatenzuges sind, dabei, sich in den Dörfern der Vergangenheit zu behaupten.

Unheimlich gerne hätte ich das Wetter zum Wandern genutzt, stattdessen aber badete ich lieber im Fluss und  ließ es langsam angehen. Meine Muskeln sind so schlaff - aber ich habe schon das Gefühl, dass mir die Reise wieder Kraft verleiht.

Das liegt auch an diesen Momenten, die das Schicksal perfekt eingerichtet scheinen lassen. Am Sonntag nämlich zog der Himmel zu. Nachdem mir ein Einheimischer sagte,das Gewitter bliebe bis Montag aus, war ich etwas beruhigt. Ich setzte mich also auf einen Stein im Bach und spielte dort Ukulele, als drei Österreicher in einem Van ankamen (diese Begegnung ist auch unten im Eintrag beschrieben,den ich in ihr Reisetagebuch gemacht habe).


Kurzum, ich wurde in den Bund aufgenommen und kurvte die folgenden Tage mit ihnen durchs Land. Dabei genoss ich die Einfachheit, ein Gefährt dabei zu haben,dass Schlafplatz und Kochstelle dazu war. Ich wusste immer schon, dass so ein Van mein einziger Grund wäre, einmal den Führerschein zu machen!


Jetzt in Brasov bin ich wieder Couchsurfer und teile das Doppelbett mit einer Australierin, die seit zwei Jahren unterwegs ist. Und die die ganze Zeit schon alleine durch die Gegend trampt und den Bären beim Wandern hallo sagt. Ich scheine eine Verbündete gefunden zu haben gegen geläufige Vorstellungen :-)


Noch dazu waren wir gestern bei einem Treffen von anderen Couchsurfern der Region, eine tolle internationale Runde.

Darunter der Amerikaner Charles, der 40 Jahre alt ist und seit drei Jahren reist - und dabei für eine Uni in den Staaten als Philosoph arbeitet. Also wenn ich da nicht eine Berufsidee auf mehreren Ebenen gefunden habe!


Nächster Halt ist Bucharest. Und wo ich schon so weit gekommen bin, beginne ich, von Istanbul zu träumen...

Reisetagebuch Seite 1
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Tagebuch 2
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Tagebuch 3
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Gedicht
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Sacele bei Brasov und Canyons