Ungarn 2

Schon wieder so eine Geschichte.

Der Unwahrscheinlichkeits-Generator ist ein Geraet, das seine Energie aus Zufaellen bezieht. Er betreibt das Raumschiff, das Arthur und Ford in "Per Anhalter durch die Galaxis" mitten aus dem Weltall aufpickt, eine Sekunde bevor sie im luftleeren Raum ersticken, nur um dort einen alten Verwandten von Betelgeuse und ein Maedel von einer Party in Islington zu treffen.

Verglichen damit sind die Dinge, die mir passieren, voellig im Rahmen des Vorhersehbaren. Wie zum Beispiel, dass ich auf Empfehlung meines Hosts mit dem Zug in ein kleines Ort nahe Budapests gefahren bin und dort nach dem Aussteigen eine deutsche ehemalige Freiwillige auf Besuch getroffen habe, die mich zu ihrer ungarischen Gastfamilie mitgenommen hat, bei der ich schliesslich die Nacht verbracht habe.


Allerdings streikt mein Hirn schon ein wenig an der Verbindung zwischen der Ankunft am rostigen Bahnhof und der Uebernachtung im huebschen Haeuschen in familiaerer Umgebung.

Und eigentlich wollte ich ja nur schwimmen gehen. Deswegen hatte mir Kolos ja diesen Ort flussaufwaerts empfohlen, mit Strand, Donau-Halbinsel und Moeglichkeit, draussen zu schlafen. Aber als ich ein Maedchen meines Alters mit grossem Rucksack getroffen habe; in diesem verlassenen Oertchen, da musste ich sie halt fragen, als sie mich an der Ampel einholte. Schon auf der anderen Strassenseite wusste ich, dass sie auch Deutsche war und ein paar Minuten spaeter wurde ich von ihrer ueberraschten Gastfamilie begruesst, die sie nach einem Jahr Abwesenheit wieder besuchte.


Nach dem Mittagessen gingen wir schwimmen und das erste Mal hatte ich ein echtes Sommerurlaubs-Gefuehl. Toll!

Schon beim Abendessen war ich ein akzeptierter Teil der Runde, die noch lange im Garten beisammen sass. Die Kinder gehen auf eine traditionelle Schule, lernen ungarischen Tanz, Gesang und Instrumente und mir haben die Eltern versprochen, sich fuer mich nach einem Geigen-Sommercamp umzuhoeren.


Das Beste ist wohl, sich ueber diese Zufaelligkeiten nicht mehr zu wundern, sondern sie hinzunehmen und zu geniessen. Und sich dem Zufall weiter auszusetzen.


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