Der Lachs des Zweifels - Und andere Austern

Wieder zu Hause sein.

... kann Verschiedenes bedeuten.

 

  • Heim, Heimat, Wurzeln, Geborgenheit, Gemütlichkeit, Sicherheit, Familie, Genesung, Genuss, Entspannung, Zeit zu Lesen

 

oder aber

 

  • Langeweile, zu viel Schokolade, endlosen Papierkram, Weichwerden, Rumhängen, Beengung, Frustration, Trägheit

 

Ich könnte mich nicht eindeutig auf eine Seite schlagen. Vielleicht fällt euch auch auf, dass beide Seiten das Gleiche sind, von anderer Warte betrachtet. Nach mehr als drei Wochen, vor allem zu Hause, im immer gleichen Haus, oder aber bei den nahe Verwandten... Vielleicht ist es wieder Zeit. Ach, wenn ihr mich fragt, ist das eindeutig.

Es ist nicht so, als hieße Daheim-Sein für mich nur Beengung. Dieses Mal habe ich die Erholung gebraucht, vor allem mein Körper, den ich manchmal nicht genug frage, was er will. Blinddarm-OP und der Chorus der Verwandtschaft - "Wie gut, dass das nicht im Ausland passiert ist". Und ich war ja selber froh, Menschen da zu haben, die sich um mich sorgen* und kümmern*.

Eine Situation, in der Geborgenheit, ja, die an sich ungeliebte Sicherheit selbst nicht besser hätte passen können.

 

Jetzt, allerdings, wo ich mich langsam erhole, habe ich das Gefühl, wieder los zu müssen. Ich weiß, dass ich noch nicht vollkommen fit bin, glaubt mir, von allen Menschen weiß ich wohl am besten wie es sich in meinem Körper gerade anfühlt. Inzwischen wird aber mehr Schonung, dieses Extreme Zuhausesein, nicht weiter helfen, sondern eher schaden. Wenn ich nicht raus komme, werde ich noch in einen sommerlichen Winterschlaf fallen.

 

Ihr wisst genau, was jetzt kommt.

Lange Erklärungen, um am Ende jedes Mal zu sagen: es geht wieder los.

 

Ich weiß, ihr werdet euch sorgen und kümmern und alles, was ich tun kann, ist zu beschwichtigen. Glaubt mir, vertraut mir, ich kenne mich. Ich weiß, was auf einer Reise auf mich zukommt, und ich weiß wie ich mich zurechtfinde.

 

Es zieht mich gen Osten. Schon lange, und so oft hatte ich keine Zeit, war noch zu jung, was auch immer.

Jetzt muss es sein. Endlich nach Rumänien, Serbien, Ungarn, Österreich (In der umgekehrten Reihenfolge natürlich).

Nächste Woche geht's los, vielleicht mache ich einen Schlenker nach Freiburg, in vertrautes Territorium. Vertraut geht es weiter nach Wien, wo unsere wundervollen Gastgeber der Jailbreak-Räubertour auf mich warten (mitsamt des Messers, das ich wegen der Flugbestimmungen tieftraurig zurücklassen musste). Danach fängt der interessante Teil an.

 

Ihr hört dann von mir.

 

 

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*Schade eigentlich, dass beide diese Worte so negativ sind. Ich würde ja lieber von der Liebe sprechen, die meine Familie mir schenkt. Aber vielleicht hat der Volksmund geahnt, dass Kinder vor allem das bereiten: Kummer und Sorge

Eine grobe Skizze zum Inneren, äußeren, Sicherheit und dem Rest.
Eine grobe Skizze zum Inneren, äußeren, Sicherheit und dem Rest.

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