Norwegen 4 - Ostern und Gackern

Zuerst sind es nur die Küken, die Futter, Wasser und einen sauberen Stall wollen. Süß, nicht wahr?

Bei den ausgewachsenen Tieren überdenke ich das noch mal. Stunde um Stunde fange ich Hühner und spüle die kotverkrusteten und verlausten Hinterteile unter dem laufenden Wasserhahn. Danach bekommen sie Läusespray und werden trocken geföhnt.

Julian und ich sind auf der Farm und sorgen für Hühner, Enten, Truthähne, Schafe (die bald Lämmer bekommen), Kühe, Schweine - und Lamas.

Zugegeben, nach unserem leichten Leben als Couchsurfer kam es mir bescheuert vor, für Kost und Logis zu arbeiten. Inzwischen fange ich an, es zu genießen. Ich merke, dass sich mein Körper freut, etwas anderes zu tun als die Bibliothek zu schmücken. Noch dazu ist die Gegend irgendwie besonders - felsige Hügel ziehen sich in schmalen Streifen durch die Landschaft, abgesehen von der Farm und der Straße gibt es nichts Menschengemachtes. Bei unserem ersten Ausflug fanden wir sogleich einen See, der total unberührt aussah und Elchspuren im feuchten Boden. Nach einer halben Stunde Laufen gelangten wir an einen Punkt, von dem man das Fjord auf der einen und schneebedeckte Gipfel auf der anderen Seite sehen konnte.