Norwegen 2

Echte Norweger

Gestern haben wir in multinationaler Runde curry aus Sri Lanka mit Norwegischem Brot gegessen, im Städtchen Bø in der Telemark. Ich war die einzige Europäerin, die einzige Blonde mit meinem mexikanischen Reisekompagnon, unserem Gastgeber aus Eritrea und seinem Freund aus Sri Lanka.

Irgendwann gegen Mitternacht ist mir endlich auf dem Sofa die Luft ausgegangen; todmüde konnte ich nicht mal den Kopf heben, als sich die anderen ihrer jeweiligen Schlafstätte näherten. 

Ganz schöner Kontrast zu unserem vorherigen Host in Moss, so wie Raymond voll Norweger. Frühstück mit Makrele und Lachs in Tomatensauce und Polarbrot, das nach Tradition aus Lappland gleich nach dem Backen gefroren wird. Obwohl, auch Avokado und Focaccia standen auf dem Tisch, nebst polnischer Wurst (ein Überbleibsel vorheriger Couchsurfer). Und am Abend davor hatten wir Curry mit Bohnen und Pastinaken-Kartoffel-Püree. Vielleicht doch nicht so typisch. Dafür war die eine Nacht genug, um vollkommen zu Hause zu sein. Ich durfte sogar im Printessinenbett seiner sechsjährigen Tochter schlafen. Bei unserer Abreise gab er uns eine Plastiktüte mit, um für unsere Verpflegung en route zu sorgen und steckte dem kränkelnden Julian Heilmittel zu. Vielleicht war er nicht der 'typische' Norweger, aber es wäre nicht schlecht wenn mehr wären wie er.

Wir überquerten das Oslo Fjord auf der Fähre und hangelten uns an der E18 entlang bis nach Skien, Ibsen's Geburtsort. Nun sind wir hier in Bø und erwarten eine Äthiopische Kaffezeremonie mit Freunden unseres Hosts. Bis dahin haben wir ein bisschen Zeit, Dessales weitreichende Reiseliteratur zu durchstöbern und Bücher über Philosophie zu lesen (wie seltsam, meine Lektüre mal nicht in der Bibliothek zu haben, sondern auf meinem Tablet in allen möglichen Orten. Die Kombination ist aber soweit nicht schlecht).