Eine ziemlich coole Arbeit... immer noch

Während ich auf der Veranda der Mulin sitze und auf die ankommenden Gäste warte, fühle ich langsam den Rhythmus, der sich durch diesen Sommer zieht. Selbst der Hausmeister Francesco hält im Rasenmähen inne und die Luft des Nachmittags liegt drückend auf mir. Zäh dringen einige wenige Laute zu mir, von tschilpenden Vögeln und dem Tröpfeln der kaputten Rasensprenger. Dahinter rauscht der Bach mit verheißungsvoller Abkühlung.

Ein Nachmittag Atmen (und sich mit einem Buch zurückziehen), um sich der neuen Woche zu stellen: fünfzehn weitere Kinder, deren Namen man lernen muss und auf die man sich mitsamt der Eltern einstellen muss. Dann die erste Schnupperrunde am Sonntag, eine Woche zusammen (durchbrochen vom freien Mittwoch). Am Freitag der Pizza-Abend, wo wir alle gemeinsam essen und auf den eine Runde Verabschieden folgt. Schlimmer noch bei Gästen, die zwei Wochen bleiben - denn natürlich schließen wir durch den intensiven Kontakt schnell so etwas wie Freundschaft* mit Kindern und Eltern.

Ein neuer Wochenplan steht an, den wir morgen vorstellen. Raum, etwas Neues zu probieren und alte Ideen wieder einzubauen. Langsam weicht auch die Nervosität und wir fragen uns nicht mehr dauernd: was, wenn es den Kindern langweilig wird oder wir mal nichts zu tun haben. Beschäftigungen müssen nicht kompliziert sein, um Spaß zu machen (wie, als wir spontan ein Spiel erfanden, bei dem man durch den Rasensprenger rennen muss. Haben wir das als Kinder nicht auch immer geliebt?). Das positive Feedback und unser erstes Trinkgeld gestern Abend hilft auch.

 

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* Sofern das eben geht bei Leuten, die gleichzeitig auch Klienten sind und Kindern, auf die man aufpassen soll.

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