"Italien ist ein cooles Fladenbrot"

Erste Nachrichten aus dem Chaotenwohnwagen

Es war einmal ein Wohnwagen, vor dem stand ein Stein.

So oder so ähnlich könnte unsere Geschichte anfangen; nur, dass der Stein eigentlich keine besonders große Rolle spielt. Er ist nämlich nicht mal angemalt. Vorkommen müssten da viel eher:

  • Die beiden Hauptakteure (das sind Dora und ich)
  • Ein Esel, der täglich seine Schreie probt (und klingt, als warte er auf Errettung)
  • Ein Haufen Kinder
  • Deren Eltern
  • Ein verzauberter Wald mit Wildschweinen und dem Bach an der Mühle (oder anders herum?)

Mit anderen Worten: Wir sind in Garfagnana, einem Landstrich der Toskana, in dem ein Leben in Ruhe (bei Pasta, Olivenöl und Bauernbrot) noch möglich scheint. Selbst die Touristen, die uns beiden den Job hier verschafft haben, fügen sich relativ dezent in das Gesamtbild ein. Hier gibt es keinen Strand, keine ölglänzenden Massen, aber dafür Berge (also: Hügel) und vom Regen satt getränkte Wälder. Die Gäste gehen zwei Mal die Woche wandern, ein mal mit und einmal ohne Kinder. Zumindest theoretisch wäre gestern die Elternwanderung gewesen, wenn der Himmel uns nicht so kräftig begossen hätte. Für uns hieß das: acht Stunden in einem Raum mit bis zu sieben Kindern von drei bis dreizehn Jahren. Wir leben noch und haben heute unseren ersten freien Tag - mit dem Gefühl, ihn verdient zu haben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0