Fazit No 2

Sechs Wochen Nepal

Etwas verspätet hier ein Resüme meiner ersten Etappe in Nepal, bevor mich das Abenteuer Indien zu sehr vereinnahmt. Was habe ich gelernt? Im Grunde konnte ich zaghafte Anlagen und Ideen aus der Zeit davor erleben und ausbauen. Konkret ist mir eingefallen:

 

- Dinge zurückzulassen/ ohne großen materiellen Komfort längere Zeit zurechtkommen.

- Bus fahren - das bedeutet: selbständig auf Reise zurechtkommen

- Nepali basics

- tanzen im Bollywood-Stil

- Kopfrechnen / Währungen umrechnen

- eine andere Kultur verstehen

- das Nichtstun genießen, sodass es an sich schon wieder sinnvoll wird

- Fremde anzusprechen, spontane Unterhaltungen führen

 

das ist Teil von einem weiteren Punkt, der für mich das Wichtigste hier ist:

-Gelassenheit

Das bedeutet, Erwartungen runterzuschrauben und sich um diesen ganzen unnötigen Kram nicht zu kümmern (so wie Oberflächlichkeiten).

 

Alle diese Punkte sind in einer Art, dass man sie nicht in sechs Wochen lernt. Und wie gesagt war eine Anlage für fast alles schon davor in mir. Ich habe mich entschieden, sie trotzdem aufzuzählen, da der Unterschied zu davor bedeutend genug ist, aufzufallen.

Die nächsten fünf Monate werden sicherlich weiteren Anlass bieten, zu lernen. Und ehrlich, genau diese Art Lernen ist es, die ich in der Schule vermisst habe und wofür ich das hier tue. Kurz gesagt lerne ich einfach, zu leben. Und zwar selbständig.

Ein wunderbares Beispiel dafür ist Anuj, Antoines indischer Freund. In den letzten Tagen konnte ich bemerken, dass er eine Art an sich hat, die diesen Geist des "einfach machens" ziemlich gut zeigt. Auch wenn er in Bangalore genau so fremd ist wie wir, wusste er nach ein paar Tagen Bescheid, kannte die Nummern, unter denen man weitere Infos bekommt und half uns bei allem von Essensbestellung über shopping und SIM-Karten-Kauf bis zu Zugtickets und viel mehr.

Klar hat er hier in Indien einen Heimvorteil, auch wenn das Meiste anders ist als im Norden (zB Sprache und Schrift). Trotzdem sieht man, dass er keine Angst hat, zu lernen, wenn er etwas nicht kann oder weiß. Bezeichnenderweise hatte auch er eine Lernphase im Ausland, und zwar durch ein Studiensemester in Frankreich. Dass der Ausdruck "den Horizont erweitern" neben seiner Ausgelatschtheit was an sich hat, sieht man an seinem Beispiel wirklich. Er ist nicht westlich geworden, aber er versteht so viel mehr als andere Inder und ist entspannter in unserer Gegenwart (leider leider gibt es immer noch eine Art Ungleichheit zu Westlern in indischen  Köpfen, aber das ist ein anderes Thema).

 

Fazit vom Fazit: es gibt noch viel zu lernen und ich freue mich, es zu tun!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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