Fazit No1

Ein Monat bei Nepalnews.com

Sagt jetzt bitte nicht, ich solle mich doch lieber auf mein Interview morgen konzentrieren. Wenn ich das noch weiter mache, drehe ich durch. Obwohl: Heute Morgen bin ich mit einem rieigen Grinsen auf dem Gesicht aufgewacht, erst um zehn Uhr (statt, wie die letzten Tage, um 7 oder 8) und wunderbar ausgeruht. Das ist der Segen Nepals. Als ich gestern verkrampft und nervös an der Bar saß, hat sich ein Angestellter mit dem allzu passenden Namen "Om" meiner angenommen. Er hat mir das verlassenste Dach Alobars gezeigt (das vierte und höchste, das ich kenne), von wo man in die Dunkelheit sehen konnte, statt vom Feuer und den Lanternen und dem Lärm der Anderen geblendet zu werden. Dort konnte ich ungestört, das erste Mal seit meiner Ankunft, frei und laut den Stress von meiner Seele singen (ach, was fehlt mir die Musik). Den Mond anheulen quasi. Jedenfalls hat mir das Ruhe beschert, wodurch ich heute Nacht Energie durch Schlaf bekommen konnte. Und mit frischer Energie sieht die Welt gleich anders aus. 

 

Jetzt aber zu meinem Fazit. Heute ist mein letzter Tag bei Nepalnews.com, da mein Praktikum letztendlich doch nur genau einen Monat dauern sollte (hallo, Nepal).

Ich habe dieses Praktikum in Angriff genommen, um meiner Zeit im Ausland wenigstens teilweise eine Richtung zu geben, mit der konkreten Frage im Kopf: Journalismus, wäre denn das was für mich?

Die Antwort: Journalismus ist ein weites Wort. Der Unterschied zwischen "Nachrichten" und "Artikeln" ist groß. Daher weiß ich nun: Nachrichten im Sinne von hard news sind nichts für mich, oder zumindest nicht mehr als bloßer Broterwerb. Nicht allzu verwunderlich, da es sich dabei nur darum handelt, schon Vorhandenes (z.B. in Form von Presseschreiben) in neue Form zu bringen. Und zwar so knapp wie möglich, harte Fakten, nichts mehr, kurz: Laangweilig (das denke ich auch immer, wenn ich solche Texte bar jeder textuellen Finesse lesen muss).

Was mich fasziniert und was ich mir gut als Lebensaufgabe vorstellen kann, ist Einsichten zu verbreiten und Geschichten zu erzählen. Lest mal die ZEIT und ihr wisst, was ich meine. Dort ist Platz dafür, die Fakten auszubreiten und unter die Lupe zu nehmen. Denn, ganz ehrlich, kann man nur mit Info meistens nicht viel anfangen, wenn sie ohne Interpretation kommt. Und Geschichten müssen nicht Fiktion sein; für mich ist jeder gute Artikel eine spannende Geschichte, die die Welt danach etwas anders aussehen lässt (das - die eigene Weltsicht ein ganz klein bisschen zu erweitern - ist aber auch das nobelste Ziel von Fiktion).U

 

Da

 

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Charly (Donnerstag, 12 Dezember 2013 10:57)

    Fehlt da was ??? Oder ist
    U

    Da
    Dein neues Kürzel :)

  • #2

    ronja-en-france (Donnerstag, 12 Dezember 2013 11:02)

    Das ist der leibhaftige Beweis der nepalesischen Stromversorgung: gerade,als ich auf "Speichern" drückte, fiel der Strom und damit auch das Internet aus. Der Rest des Artikels ist also hin. Das U lasse ich mal so stehen... ;-)

  • #3

    ronja-en-france (Donnerstag, 12 Dezember 2013 11:02)

    Udauda-uh!