Wundervolles Kathmandu

"Es musste gewirkt haben, als wären in Kathmandu auch noch die kühnsten Phantasien der westlichen Opiumesser in Farbexplosionen Wirklichkeit geworden. Und all das im Angesicht des Daches der Welt, den Eisbergen des Himalaja. Die Bühne der Götter. Ein Zauber."

So schreiben Christian Kracht und Eckhart Nickel in ihrer "Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal". Auch wenn ich mit dem Opium keinerlei Erfahrung habe, kann ich ein bisschen nach fühlen, was sie meinen, wenn ich durch die vollgestopften Gassen rund um die "Freak Street" (die Gegend, in der damals die ersten Hippies einfielen) wandle.

Ist heute tatsächlich der erste Advent? Und, vielmehr noch, habe ich schon den Zenit meines Aufenthalts in Kathmandu überschritten? Ich will nicht gehen, auch wenn ich nicht nur positive Gefühle für diese Staubhustenstadt hege. Schon nach diesen drei ersten Wochen fühle ich mich heimisch. Gestern war ich auf einer Hausparty, die über Couchsurfing organisiert wurde. Ich liebe diese Mischung aus Alternativreisenden, Expats und Einheimischen. Am faszinierendsten war ein Nepali mit deutscher Staatsangehörigkeit, der erst vor zwei Monaten in sein Geburtsland zurückgekehrt war. Er sprach perfekt Deutsch und stand irgendwo zwischen den Kulturen. Als geschiedener alleinerziehender Vater, der jetzt mit einer dänischen Lebensgefährtin in Kathmandu wohnt, erregte er jedenfalls bei der anwesenden nepalesischen Familie etwas Argwohn. Seine Westlichkeit bestand darin, dass er nicht krampfhaft versuchte, sich einem westlichen Ideal anzunähern, wie es viele hier tun. Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt, aus dem "Touristen-Ghetto", wie wir Thamel liebevoll beschimpfen, auszuziehen, und mich längerfristig einzurichten, da, wo man in Kathmandu noch ein bisschen Nepal spürt.

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    ronja-en-france (Sonntag, 01 Dezember 2013 10:59)

    naja, es geht immer so auf und ab, nicht wahr? Inzwischen hat der Wunsch nach Sesshaftigkeit schon wieder dem Reisekribbeln Platz gemacht. Ich habe eben gerade mit Anuj gesprochen, der uns damals in Delhi bei seiner Familie so herzlich beherbergt hat. Dabei erfuhr ich, dass er ebenfalls Antoines Einladung nach Goa folgen wird - und er hat mir sogleich angeboten, mich nochmals in Delhi zu begrüßen und anschließend auf der Reise quer durch Indien zu begleiten. Mit dieser wundervollen Eskorte wird auch diese Reise kein Problem sein! Und schon wieder kann ich nicht still sitzen...

  • #2

    Nina (Sonntag, 01 Dezember 2013 13:49)

    Liebe Ronja, Verena war so frei mir deinen Blog zu schicken. Es ist sehr schön von dir und deinen Eindrücken und Erfahrungen zu lesen. In 2 Wochen bin ich in Thailand, was im Vergleich zu deinem Trip ein Besuch in disneyland ist. Aber bei mir kribbelt es dementsprechend auch! Ich wünsch dir weiter viel Freude und spannende Begegnungen! Genieße dein Leben! LG

  • #3

    roni (Dienstag, 03 Dezember 2013 08:51)

    Wow, sie avanciert ja zu meiner Nummer-1-Promoterin! :D Toll, dass du dich auch nach Asien aufmachst. Gestern habe ich einen Reisenden getroffen, der mir von anderen Laendern in Suedostasien erzaehlt hat und das macht schon Lust auf mehr... Geniesse du auch! :)

  • #4

    Charly (Mittwoch, 04 Dezember 2013 13:51)

    Soooo ich schreibe jetzt gerade vom Tablet aus der Uni aus und entschuldige schonmal sämtliche eventuell auftretenden Schreibfehker.
    Ich wollte nur mal anmerken, dass ich von den aktuell an erster Stelle auf der Startseite stehenden Links nur den zweiten erreichen kann.., bei dem anderen erscheint eine Seite, dass ich da nicht berechtigt bin...schaaade...