Was soll ich sagen?

Ich habe eindeutig Probleme, die letzten paar Tage unter einem Motto zusammenzufassen und war ehrlich erstaunt, dass es nur drei waren.

Sie waren unglaublich abwechslungsreich und für den Großteil überschwänglich glücklich. Ich war bei Tom (den ich aus Cardiff kenne), der inzwischen leider nicht mehr in einer coolen Studentenbude, sondern bei einer älteren, sehr katholischen Dame lebt. Vor allem zu Beginn war sie über diesen "Damenbesuch" sehr skeptisch (aber keine Angst, auch sie ist meinem Charme inzwischen verfallen :-D Vielleicht war sie aber auch nur so nett, weil sie wusste, dass ich sowieso am Gehen war). Am Freitag bin ich größtenteils alleine durch die Stadt gestromert und habe auf dem Weg coole Ausstellungen der WellcomeFoundation angesehen und die British Library besichtigt.

Am Nachmittag erlebte ich vermutlich eines der coolsten und das einzige geplante Ereignis meiner Reise. BBC broadcasting house, London. Empfang mit einem der bekanntesten Radiosprecher Britanniens. Wir sind in einem alten Saal mit Stuckarbeiten und Dekorationen an den Wänden, aber ich bin viel zu aufgeregt, um den architekturellen Ausführungen zu folgen. Etwa zwanzig andere BBC-Hörer aus dem ganzen Königreich und dazu eine Pariserin warten wie ich auf das, wozu wir eingeladen wurden.

Der Autor Khaled Hosseini ist schon da und sitzt uns gerade gegenüber. Die Diskussionsrunde beginnt. Wir sprechen über seinen Debütroman, den "Drachenläufer". Ich komme nicht dazu, eine meiner Fragen zu stellen, genieße aber in vollen Zügen, dem Schriftsteller zu lauschen (auch wenn ich ein bisschen durch seinen amerikanischen Akzent abgelenkt werde). Ich fühle mich dem Buch besonders verbunden, da ich in der Schule mein TPE (~Seminararbeit) zum dazugehörigen Film gemacht habe und die Themen philosophisch betrachtet habe. Ich bin glücklich. Die Atmosphäre des britischen Rundfunks tut das Ihrige. Innerhalb von einem Tag habe ich nur Dinge gesehen, die ich unglaublich inspirierend finde.

Der Tag ist noch nicht vorbei, die Nacht zumindest ist es nicht. Ich esse mit Tom und Freunden zu Abend und wir gehen anschließend zu einem anderen Freund. Eine Nacht auswärts muss auch mal sein, um die Stadt richtig kennen zu lernen.

Am nächsten Tag treffen wir andere Freunde, die zu Besuch in London sind. Es stellt sich heraus, dass einer von ihnen in Brighton studiert. Und wisst ihr was? Brighton war gerade der Ort, den ich als nächstes besuchen wollte. Er lädt mich zu sich ein, weil ich wie so oft noch keinen Plan habe. Das Leben läuft manchmal so perfekt!

 

Jetzt bin ich also in Brighton, wieder bei Studenten, denen es nichts ausmacht, wenn ein paar Leute spontan zum Übernachten kommen (es werden noch zwei andere Gäste - vielleicht, oder so - erwartet).

Auf dem Weg hierher konnte ich nicht anders, als laut aufzulachen. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen!

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ronny (Montag, 14 Oktober 2013 00:33)

    Ich bin verwirrt... es kommen immer noch Leute an. Neben drei eigentlichen Einwohnern (der vierte ist woanders) sind jetzt sieben andere Leute außer mir da. Ich frage mich, wie viele zum Schlafen da bleiben :-D