Also...

... noch mal geordnet: vorgestern bin ich in Glasgow angekommen, wo ich dank neuer Technologien auch einen Schlafplatz finden konnte. Ich verbrachte dort den Abend in internationaler Runde. Eine interessante Erfahrung, politische Themen mit zwei Pakistanis, Iranern, Polen, einer Italienerin und einem weiteren Deutschen zu diskutieren. Mir fällt jetzt erst auf, dass kein gebürtiger Brite dabei war...

Gestern dann kam ich via Bus in Strachur an, einem kleinen Dorf in den schottischen Highlands. Schon auf der Fahrt verliebte ich, die einen klaren Hang zu nebelverhangenen, mystischen Orten habe, mich in diese Region. Die Szene, in der mich meine Gastgeberin Elizabeth abholte, war wirklich filmreif. Ich stand an der Bushaltestelle herum und spähte in jedes ab und zu vorbeifahrende Auto, um sie an ihren wehenden roten Haaren erkennen zu können. Was dann ein paar Minuten später in das Dorf eingefahren kam, war aber kein Auto, sondern ein riesiger Truck, der ächzend und knarrend zum stehen kam. Es stellte sich heraus, dass wir noch ein paar Besorgungen auf einer anderen Farm machen mussten. Da der nette Farmer auch gleich noch die kaputte Laderampe reparierte, war es Abend, als ich die Balliemore-Farm zum ersten Mal sah.

 

 

Es handelt sich um ein altes Haus mit Scheunen und viel Land drum herum. Nicht sehr überraschend eigentlich. Elizabeth ist Irin, das Haus aber hatte ihrem Vater schon gehört. Letzten Dezember ist sie hier  mit ihrer Tochter eingezogen und versucht seitdem, Haus und Umgebung auf Vordermann zu bringen. Das ist nicht gerade einfach - deswegen sind helfende Hände mehr als willkommen. Man sieht auch an jeder Ecke, dass Arbeit zu tun ist; sei es im Haus oder im teilweise noch zugewucherten Garten. Wie gesagt ist die Heizung kaputt (was noch nett gesagt ist: es müssen neue Rohre verlegt werden, weil die alten schlecht gemacht waren und langsam zerfallen.)

Ich habe den Verdacht, dass es draußen teilweise wärmer ist als drinnen. Feucht ist es in beiden Fällen. Nachts kuschelt man sich unter tausend Decken und tagsüber bleibt man in Bewegung. Und trinkt literweise Tee. Das ist bei meiner Erkältung sowieso empfehlenswert. Ich mache also quasi eine "Friss oder stirbt" Kur: entweder die frische Luft macht mich gesund oder eben nicht. Ich hoffe sehr auf ersteres. Die Luft ist in jedem Fall sehr gut.

Da auch Liz die Ruhe brauchte, haben wir heute erst mal ausgeschlafen, was auf jeden Fall gut war. Jetzt ist es langsam Zeit, rauszugehen, zumal auch Elisabeths sechzehnjährige Tochter gerade von einem Ausflug zurückgekommen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    der Papa (Sonntag, 22 September 2013 18:41)

    freu mich ganz toll für dich. Wir sitzen hier bei den ersten Prognosen....FDP scheint raus. d.h .es wird interessant in Deutschland

  • #2

    die ronja (Sonntag, 22 September 2013 19:11)

    Ach du liebes bisschen! Da muss ich gleich mal Heimnachrichten konsultieren!