Oh lala, Paris...

An meinen Überschriften muss ich echt arbeiten. Das merke ich auch jedes Mal, wenn ich einen Artikel schreibe (also einen "echten"). Naja. Wer lernen will, muss leiden. Oder so.

Neuerdings mache ich also Paris unsicher, obwohl das natürlich heillos untertrieben ist. Heute war ich im Louvre, was mich dafür kompensiert hat, dass gestern sowohl dieser wie auch das centre G.Pompidou geschlossen waren. Ich habe es umso mehr genossen, da EU-Bürger noch bis 25 kostenlos rein dürfen (sonst hätte ich mich über meine 18 Jahre das erste Mal wirklich ärgern müssen). Ein bisschen Kultur tut ja immer mal wieder gut ;-)

Ansonsten habe ich aber gar kein gesteigertes Bedürfnis, rauszugehen. Es regnet zu unvorhersehbaren Zeiten (wie genau in dem Moment, als ich aus dem Louvre rauskam und gemütlich durch die Tuilerien schlendern wollte). Ich habe sowieso nicht genug Klamotten dabei... ihr erinnert euch? Das sind Dinge, die auftreten, wenn man für eine monatelange Reise den Morgen der Abfahrt einplant. Ich wollte nämlich meinen Poncho mitnehmen, da der aber dann nicht reingepasst hat, habe ich einen entsprechenden Ersatz natürlich vergessen (dem aufmerksamen Leser wird ein Fehler in der Kausalitätskette aufgefallen sein).

Die gefühlten hundert Kilo Gemüse haben sich aber gelohnt, auch wenn es eher zehn Liter waren (nämlich ziemlich genau die obere Erweiterung meines Rucksacks). Auch wenn eine Tomate und mehrere Pflaumen während der Reise den Geist aufgegeben haben. Vielleicht war es aber auch eher eine "ouverture d'ésprit" (Öffnung des Geistes). Offen waren sie auf jeden Fall am Ende.

Die Pflaumen wurden deswegen zu Kompott und aus dem halben Rest (abzüglich Äpfel und Birnen) ein wundervolles Essen, das für mehr als zwei Mahlzeiten reichte. Von der Zucchini ist nämlich immer noch was da :-).

Da ich das Apartment hier so liebe, werde ich kurz erwähnen, dass es ein Altbau im 17en Arrondissement ist, mit Blick auf den Eiffelturm. Ich kann mir keine bessere Aussicht vorstellen, um den Abwasch zu machen, als das blinkende Wahrzeichen. Ich bin hier bei einem Freund aus DFG-Tagen und seiner Mitbewohnerin. Ein schönes Leben haben die beiden hier, außer, dass sie von morgens bis abends lernen müssen. An so einen Ort kommt man nicht, um mal so vor sich hin zu studieren (außer, man hat sehr reiche Eltern).

Linus, mein Teetrink-Kompagnon an langen Internatsabenden, hat sich zum Glück diese Angewohnheit beibehalten. Sein Sessel ist sogar noch besser als früher und steht natürlich vor dem Fenster. Für eine ganz kurze Weile habe ich mich also so gefühlt wie vor dem Abi: Linus lernt und ich sitze daneben, mache es mir gemütlich und lese eines der Bücher aus seinem reichhaltigen Kontingent. Dazu gibt es besten Tee aus irgendeiner chinesischen Provinz, den abwechselnd er oder ich empfiehlt und mitbringt (auch diese Tradition habe ich hier beibehalten mit einer Packung grünen Tees).

Morgen schon wird diese Ruhe sich verflüchtigen. Um 11Uhr nehme ich den Bus. Fast 24Std später werde ich dann hoffentlich in Glasgow sein.

Oben müsstet ihr übrigens eine Karte sehen, mit dem Versuch einer Routenplanung. Versucht mal, rauszuzoomen, um zu sehen, ob mehrere Ortspunkte markiert sind wie geplant. Bitte um Rückmeldung via Kommentarfunktion!

 

 

 

 

 

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