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Welcome to the Brecons!
Welcome to the Brecons!

Vor etwas mehr als 24 Stunden bin ich aus Cardiff aufgebrochen. Und schon sitze ich in Mannheim und höre BBC-Radio und fühle mich seltsam unangekommen. Gleichzeitig ist so eine Busreise ganz gut, um sich umzustellen, immerhin konnte ich die walisische Landschaft an mir vorbeiziehen lassen und gestern abend sogar im Abendsonnenschein die Fähre von Dover nach Calais nehmen.

Und trotzdem ist mein Kopf noch voll von den Erlebnissen, die leider schon wieder vorbei sind (oh ja, am Donnerstag hätte ich easily noch zwei Monate bleiben können, no problem in that).

Deswegen freue ich mich jetzt ein bisschen zu rekapitulieren, um mich diesem fantastischen Land noch ein wenig nahe fühlen zu können. (Im Hintergrund läuft jetzt statt Radio die Folkband "Fairport Convention". Und ja, ein ganz kleiner Teil in mir sucht schon nach Möglichkeiten, den nächsten Aufenthalt dort oben zu planen).

 

Also, ab Mittwoch begann meine eigentlich lustige Zeit in Cardiff/Caerdydd, weil Tom und Amy (die beiden Medizinstudenten) mit ihren Prüfungen fertig waren. Wir trafen uns zusammen mit einer weiteren Freundin im weitläufigen Park Cardiffs in schönstem Sonnenschein. Der Park ist tatsächlich so groß, dass man sich fast wie auf dem Land fühlt (eindeutiger Pluspunkt für diese Stadt). Dort fließt auch ein Fluss gemächlich hindurch, der von vielen Sonnenhungrigen zum Baden genutzt wurde. Und ja, von uns auch. Was war das schön! Im Anschluss lernte ich von Tom in etwa, wie man einen Rugby-Ball wirft und zur Entspannung brachte mir Amy danach ein paar Joga-Positionen bei. Das alles gekrönt von portabler Radio-Musik und Dylan Thomas' Poesie (der Stardichter Wales).

Donnerstag, mein leider schon letzter Tag im Land, war einer der besten. Anton (der andere Gastgeber) musste leider noch lernen, Amy war schon anderweitig verabredet. Blieben also noch Tom und ich, beide entschlossen, etwas Wundervolles zu unternehmen.

Es hieß: Ab in die Brecon Beacons! Wir waren beide das erste Mal in den Bergen im dortigen Nationalpark, entdeckten also zusammen die Landschaft und die, naja, Schafe ;-).

Es war immer noch sehr sonnig, aber immerhin gerade bewölkt genug, um beim Herumlaufen nicht umzufallen. Wir hatten eine superschöne Wanderung durch die Berge, die nach meinen Maßstäben eher begraste Hügel waren (immerhin, wir waren auf dem höchsten Punkt von South Wales, ich glaube, es waren so um die 550m... :D).

Beim Laufen hatte ich auch endlich mal die Gelegenheit, eine ganze lange Zeit zu sprechen und von Tom viele nützliche Tipps zum Britisch-Sprechen zu bekommen. An dem Moment genau habe ich mir gedacht, dass ich noch etwa einen oder zwei Monate bräuchte mit genau so viel Training, um wirklich Englisch sprechen zu können.

Diese drei Wochen waren ja schon toll, aber ich habe eindeutig zu viele Deutsche getroffen (10, um genau zu sein!!) und zu wenig geredet, weil meine Gastgeber ja nicht ununterbrochen für mich da waren. Lasst mich sagen, es war schwer zu gehen, weil es meinen Cardiff-Leuten nicht mal was ausgemacht hätte, mich länger dazuhaben (das sind wirklich tolle Leute, die immer mindestens drei oder vier Couchsurfer zu Hause haben und sich fast einsam gefühlt haben, als ich für einen Tag die einzige andere Person im Haus war).

Aber der Bus war gesetzt (zum zweiten Mal...) und irgendwie ist jetzt auch mal wieder Zeit zum Heimkommen.

Da bin ich also. Und statt nostalgisch zu werden, freue ich mich lieber über diese tolle Erfahrung. Dieser war tatsächlich mit einer der schönsten Urlaube meines Lebens! (damit kann höchstens Indien konkurrieren bisher glaube ich).

 

Danke an alle, die ihn möglich gemacht haben, indem sie mich haben gehen lassen, unterstützt haben, gehostet haben, transportiert haben und alles getan haben, um mich gesund und glücklich wieder ankommen zu lassen.

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